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Cyber Security für jeden! TRK-Studierende erarbeiten Konzepte für die acatech

Projektgruppe bei der Kick-off-Veranstaltung am 21. März 19
Projektgruppe bei der Kick-off-Veranstaltung am 21. März 19

[23|07|2019]

„Digitale Aufklärung in Sachen Cybersicherheit für alle Altersgruppen“, unter dieser Devise entwarfen Studierende des Studiengangs Technische Redaktion und Kommunikation der Hochschule München multimediale Kommunikationsformate für die acatech HORIZONTE Cyber Security.

Sicherheit im Netz – wichtig für jeden, für wenige ein Thema

Nicht weniger als ein umfassendes gesellschaftliches Umdenken forderte Alexander von Gernler, Leiter Research bei der genua GmbH und Vizepräsident der Gesellschaft für Informatik , in der Kick-off-Veranstaltung des Projekts „Cyber Security für jeden“ im März diesen Jahres. Professor Martina Schraudner, Vorstandsmitglied der acatech (Deutsche Akademie der Technikwissenschaften) und Leiterin des Fraunhofer Center for Responsible Research and Innovation , hatte die Studierenden eingeladen, Konzepte für Menschen zu entwickeln, für die Technik nicht „selbsterklärend“ ist.

Sicherheitsthemen sind in den Medien allgegenwärtig. Doch die Realität: AGBs werden nicht gelesen. Die Nutzereinstellungen eines Smartphones nur von wenigen geprüft, Soziale Plattformen und Messanger-Funktionen unreflektiert genutzt. Und das in allen Altersgruppen und Bildungsschichten. Wie können tägliche Nutzer, die sich aber nur selten Gedanken über ihre Nutzungsgewohnheiten machen, informiert und motiviert werden, selbst zu handeln? So lautete die Herausforderung für die kleine Projektgruppe des Studiengangs.

Vier Zielgruppen im Fokus

Vier Zielgruppen identifizierten die Studierenden als besonders dringlich und stellten sich das sportliche Ziel, innerhalb eines Semesters spezifische Kampagnen für alle vier Gruppen zu erarbeiten:

  • Eltern (vor allem Mütter) von Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter
  • Mädchen im Alter von 14 Jahren
  • Jungen im Alter von 15 Jahren
  • Geschäftsführer von kleinen und mittelständischen Unternehmen

Jede dieser Zielgruppen wurde auf der Basis umfassender Recherchen und Experteninterviews in Form einer Persona beschrieben. Differenziert wurden Informationsbedürfnisse, Nutzungsgewohnheiten und charakteristische Sicherheitserwartungen erhoben und geprüft.

Crossmediales Konzept für eine bundesweite Kampagne

Angesichts der Heterogenität der Zielgruppen, deren Erwartungen und Mediengewohnheiten war klar, dass für jede eine eigenständige Strategie entwickelt werden musste. So wurden vier Teilkampagnen mit jeweils individuell zugeschnittenen Formaten bis zur Entscheidungsreife entwickelt. Gemeinsam bilden sie ein integriertes, crossmediales Konzept für eine etwa ein Jahr umfassende bundesweite Kampagne:

Eltern: Verstehen statt verbieten

Zur Aufklärung von Müttern empfehlen die Studierenden im Rahmen der Kampagne „Verstehen statt Verbieten“, auf Social Media-Plattformen wie Facebook und Instagram Filme im Kurzwerbungs-Format schalten. Im Mittelpunkt steht dabei die Sensibilisierung und Information der Eltern hinsichtlich ihres eigenen Medienverhaltens und ihrer Vorbildfunktion.

Mädchen: Wer hört mir zu? Wer schaut mir zu?

Für die Ansprache jugendlicher Mädchen setzen die Studierenden auf die Kampagne „Wer hört mit? Wer schaut mir zu?“ Darin werden Mädchen nicht kritisiert, sondern zur Selbstreflexion ermutigt. Plakatwerbung auf dem Schulweg sowie Anzeigeschaltungen in Sozialen Medien regen die Mädchen an, ihr Medienverhalten kritisch zu hinterfragen und ihren Schutz selbst in die Hand zu nehmen.

Jungen: „Cyber-Kriminalität ist real und kann auch dich treffen“

Anders als Mädchen bewegen sich Jungen im Teenager-Alter weniger auf Sozialen Plattformen. Dafür betrachten Sie mehrere Stunden täglich Videos. Für die Kampagne „Cyber-Kriminalität ist real und kann auch dich treffen“, empfehlen die Studierenden daher die Zusammenarbeit mit einem bei der Zielgruppe bekannten Streamer. Die vorgeschlagene Kampagne adaptiert ein spieletypisches Szenario und setzt auf die Identifikation der jungen Follower mit dem professionellen Spieler.

„Die beste Firewall Ihres Unternehmens sind Ihre Mitarbeiter“

Der Claim der vierten Teilkampagne sensibilisiert Geschäftsführer kleiner und mittelständischer Unternehmen dafür, dass sie ihr Unternehmen nicht alleine schützen können. Dafür bietet die Kampagne ein Zusammenspiel sehr kurzer Informationsveranstaltungen und zweitägiger Seminare zur Vertiefung. Für diese Kampagne empfehlen die Studierenden eine strategische Kooperation mit lokalen Presseclubs sowie den Industrie- und Handels-Kammern.

Nach Abschluss des Projekts berät die Jury aus Mitarbeitern der acatech unter dem Vorsitz von Martina Schraudner über die Umsetzungsmöglichkeiten.

Über acatech HORIZONTE

Die Publikationsreihe acatech HORIZONTE zum Thema Cyber Security erscheint am 12. Juli 2019. In dieser Ausgabe analysiert acatech, wo sich Deutschland auf dem Weg zu einer sicheren Cyberwelt befindet. Dazu untersucht die Akademie aktuelle Gefährdungsfelder.